04. Januar 2010

Liebe Freunde der Solarenergie


 

In der Wintersession des Nationalrats wird eine wegweisende Entscheidung über die Photovoltaik gefällt. Es geht um eine verbesserte Neuauflage der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) zu Gunsten der erneuerbaren Energien. 


 

Swissolar hat eine neue Internet-Plattform (www.solar2009.ch) geschaffen. Sie soll den investitionswilligen Privatpersonen und KMU Betrieben, die aufgrund der bisherigen Deckelung der KEV daran gehindert wurden, Photovoltaik Anlagen zu bauen, eine gemeinsame Stimme geben. Dort kannst du  deine Sonnenkraft-Geschichten erzählen und bei unseren Online Aktionen mitmachen.


 

Sonnige Grüsse

 

 

 29. August 2009

 Sparlampen - Glühlampen?
 
Es gibt Berichte die sagen, dass die Energiebilanz auf Grund des
 Sondermüllanteils und der giftigen Substanzen negativ ausfällt.
 Es ist schwierig sich hier ein genaues Bild zu verschaffen. Sicher ist,
 dass unmittelbar Strom gespart wird. Die Lampen sollten auch
 mindestens 1 m Abstand vom Kopf haben (negative Energiestrahlung für den Menschen).
 Unter
http://www.topten.ch/hfinden Sie Tests bezüglich Qualität, Leistung, Effizienz ect.,
 was sicherlich eine entscheidende Rolle spielt.

 Hier der Auszug über die Umweltbilanz von Top Ten:

 
Umweltaspekte
 Ökobilanz Die Herstellung einer Sparlampe braucht einen Bruchteil
 ihrer Betriebsenergie. Zwar benötigt die Herstellung rund 5-mal soviel
 Energie als diejenige einer normalen Glühlampe. Doch eine gute
 Sparlampe (Topten) hat eine 6- bis 15-mal so lange Lebensdauer.
 

 Sparlampen enthalten giftige Substanzen; deshalb müssen sie als
 Sondermüll entsorgt werden (siehe unten). Der Anteil der giftigen
 Substanzen wird mit der neuen RoHS-Richtlinie geregelt und reduziert
 (siehe unten). Vergleicht man die eingesparten CO2-Emmissionen mit
 dem anfallenden Sondermüll, fällt die Bilanz klar positiv für die
 Sparlampe aus; d.h. Die Sondermüllbelastung ist deutlich geringer als
 die CO2-Belastung der entsprechenden Glühlampen.

 Entsorgung
 Alte Sparlampen sind Sondermüll. Seit 1. August 2005 gilt für
 Sparlampen eine kostenlose Rücknahmepflicht aller Verkaufsstellen.
 Zur Finanzierung des Recyclings wird beim Verkauf neuer Produkte
 eine vorgezogene Recyclinggebühr (vRG) erhoben. Somit können und
 sollen alle alte Sparlampen nur noch via Verkaufsstellen entsorgt
 werden.
 Die Rücknahmepflicht umfasst insbesondere Energiesparlampen und
 Leuchtstoffröhren (so genannte Neonröhren) aber auch Speziallampen
 wie z.B. Quecksilberdampflampen, LED-Lampen oder Röhren aus
 Solarien. Die Recycling- und Rücknahmepflicht gilt nicht für die
 normalen Glühbirnen und Halogenglühlampen. Diese können weiterhin
 über den Haushaltkehricht entsorgt werden.

 www.topten.ch

 

Rede von Al Gore am 17. Juli 2008 in der ehrwürdigen DAR Constitutional Hall, Washington D.C.

:: Eine Rede die Mut macht und auch Wege aufzeigt

Meine Damen und Herren,

Es gibt Zeiten in der Geschichte unserer Nation, in denen unsere ganze Art zu leben davon abhängt, dass wir uns von bestimmten Illusionen befreien und uns der Herausforderung einer akuten Gefahr stellen.
In solchen Zeiten sind wir aufgefordert, unsere Bequemlichkeit rasch und gründlich abschütteln, alte Gewohnheiten aufzugeben und uns mit offenen Augen und Tatendrang der Notwendigkeit großer Veränderungen zu stellen.
Diejenigen, die - aus welchen Gründen auch immer - sich dieser Aufgabe verweigern, müssen entweder überzeugt werden mitzumachen oder dazu aufgefordert werden beiseite zur Seite zu treten. Dies ist solch ein Moment.
Das Überleben der Vereinigten Staaten von Amerika, so wie wir sie kennen, steht auf dem Spiel.
Schlimmer noch - wenn man überhaupt nach Schlimmerem fragen mag - die Zukunft der menschlichen Zivilisation steht auf dem Spiel.
Ich kann mich an keine Zeit erinnern, in der in unserem Land gleichzeitig so viele Dinge falsch gelaufen sind.
Unsere Volkswirtschaft ist in einem furchtbaren Zustand und verschlimmert sich immer weiter, die Treibstoffpreise steigen dramatisch an und die Strompreise ebenfalls.
Arbeitsplätze werden ins Ausland verlegt. Wohnungsbaukredite sind in Schwierigkeiten. Banken, Automobilkonzerne und andere Institutionen, von denen wir abhängen, geraten unter immer stärkeren Druck.
Herausragende Führungskräfte aus der Wirtschaft sagen uns, dies sei erst der Anfang, wenn wir nicht den Mut finden, einige wichtige Veränderungen schleunigst vorzunehmen.
Besonders die Klimakrise verschlimmert sich enorm - deutlich schneller als bisher vorhergesagt. Wissenschaftler mit Zugang zu den Messwerten unserer U-Boote, die das Polareis am Nordpol unterqueren, warnen uns, dass mit 75 prozentiger Wahrscheinlichkeit innerhalb von fünf Jahren die Eiskappe während der Sommermonate völlig verschwinden wird.
Dadurch wird sich das Abschmelzen des Grönlandeises weiter beschleunigen. Experten sagen, dass der Jakobshavn-Gletscher, einer der größten in Grönland, schneller als je zuvor schmilzt. Täglich verliert er so viel Tonnen Eis, wie die Einwohner New Yorks in einem ganzen Jahr an Wasser verbrauchen.
Zwei wichtige Studien des militärischen Abwehrdienstes warnen unsere Regierung vor den gefährlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die nationale Sicherheit, einschließlich der Möglichkeit, dass Hunderte von Millionen von Klimaflüchtlingen weltweit die Nationen destabilisieren werden.
Gerade vor zwei Tagen haben 27 ehemalige Staatsmänner und Militärs vor der Bedrohung der nationalen Sicherheit durch die verheerenden Erschütterungen gewarnt, die sich ergeben, wenn wir unseren Zugang zu ausländischen Ölquellen verlieren ("Energie-Tsunami").
Inzwischen geht der Krieg im Irak weiter und derzeit eskaliert anscheinend auch der Krieg in Afganistan. Und nebenbei gesagt, unser Wetter wird ja auch etwas sonderbar, nicht wahr? Seit Menschengedenken gab es offenbar noch nie so viele Tornados, länger anhaltende Dürreperioden, heftigeren Starkregen und Rekordüberschwemmungen.
Brände noch nie bekannten Ausmaßes toben in Kalifornien und anderswo im amerikanischen Westen. Höhere Temperaturen trocknen die Vegetation aus, so dass dürres Kleinholz als Brandbeschleuniger für monströse Feuer dienst, wie sie in Canada, Griechenland, Russland, China, Südamerika, Australien und Afrika gewütet haben.

Geophysiker der Universität von Tel Aviv sagen uns, dass für jedes Grad Temperaturerhöhung die Zahl der Blitzeinschläge um weitere 10 Prozent ansteigt. Und schließlich ist es ein Gewitter, das für den gegenwärtigen Flächenbrand in Kalifornien verantwortlich ist.
Viele Leute meinen wie ich, dass all diese Probleme größer sind als jeder der bisher vorgeschlagenen Lösungsansätze. Das hat mich lange beunruhigt. Ich bin überzeugt, dass wir angesichts dieser Krisen deshalb wie gelähmt sind, weil wir dazu neigen, für jede dieser Krisen gesondert eine andere alte Lösung anzubieten, ohne aber den Zusammenhang zwischen den Problemen zu berücksichtigen.
Und diese längst überholten Lösungsvorschläge erweisen sich nicht nur als ineffektiv - nein, fast immer verschlimmern sie die jeweils andern Krisen.
Betrachten wir aber die drei anscheinend unlösbaren Herausforderungen im Zusammenhang, dann erkennen wir den roten Faden und die gemeinsame Ursache.
Sie ist geradezu lächerlich einfach zu beschreiben: Unsere gefährliche, geradezu sklavenhafte Abhängigkeit von fossilen Energiequellen ist die gemeinsame Ursache dieser drei Bedrohungen: Der ökonomischen Krise, der Umweltkrise und der Krise der nationalen Sicherheit.
Wir leihen uns Geld von China, um Öl aus dem Persischen Golf zu kaufen, um es dann zu verbrennen, wodurch letztlich dieser Planet zerstört wird. Das alles muss sich Stück für Stück ändern. Aber wenn wir den roten Faden, der sich durch all diese Probleme zieht, ergreifen und kräftig daran ziehen, dann fangen diese komplexen Probleme an, sich aufzulösen und wir stellen fest, dass wir die Antwort tatsächlich in unserer Hand halten.
Die Antwort lautet: Wir müssen unsere Abhängigkeit von den fossilen Energiequellen beenden.
Bei meiner Suche nach wirklich effektive Reaktionen auf den Klimawandel habe ich eine Serie von "Lösungs-Gipfelgesprächen" mit Ingenieuren, Wissenschaftlern und führenden Wirtschaftsmanagern gefürht. Bei diesen Diskussionen ist mehr als deutlich klar geworden: Wenn man die Einzelerkenntnisse zusammenführt, zeigt sich, dass die Maßnahmen gegen den Klimawandel genau die gleichen Maßnahmen sind, die wir brauchen, um unsere Volkswirtschaft zu erneuern und der Falle der ständig steigenden Energiepreise zu entkommen.
Darüber hinaus sind es auch die gleichen Maßnahmen, die wir brauchen, um unsere nationale Sicherheit zu garantieren, ohne wieder Krieg am Persischen Golf führen zu müssen.
Wie wäre es, wenn wir Energiequellen nutzten, die nicht kostspielig sind, die keine Emissionen verursachen und die hier zuhause im Überfluss zur Verfügung stehen? Wir haben solche Energiquellen.
Wissenschaftler bestätigen, dass alle 40 Minuten genügend Sonnenenergie auf der Erdoberfläche ankommt, um damit den gesamten Weltenergieverbrauch eines Jahres abzudecken. Man braucht nur einen kleinen Teil dieser Sonnenenergie zu nutzen, um damit die gesamte benötigte elektrische Energie Amerikas zu erzeugen.
Genügend Wind bläst jeden Tag durch den Korridor des Mittleren Westens, der ebenfalls 100 Prozent des US-Strombedarfs decken könnte.
Geothermische Energie kann ganz ähnlich einen enormen Beitrag zur Stromversorgung Amerikas bereitstellen. Die schnellste, billigste und beste Art, all diese Erneuerbaren Energien zu nutzen, ist die Produktion von Elektrizität.
Tatsächlich könnten wir ab sofort Solarenergie, Windkraft und geothermische Energie nutzen, um Strom für unsere Wohnungen und für die Wirtschaft zu erzeugen. Aber um dieses erstaunliche Potential wirklich zu nutzen und damit wirklich die nationalen Probleme zu lösen, brauchen wir einen neuen Anfang.
Genau aus diesem Grund schlage ich heute eine strategische Initiative vor, die das Ziel hat, uns von den drückenden Krisen zu befreien und unsere Handlungsfähigkeit zurück zu gewinnen.

Dies ist nicht das Einzige, was wir tun müssen, aber das ist der Dreh- und Angelpunkt einer mutigen Strategie, Amerika wieder mit neuer Energie zu versorgen, im wörtlichen und im übertragenen Sinne.
Heute fordere ich unsere Nation auf, sich zu verpflichten, innerhalb von 10 Jahren 100 Prozent unserer Elektrizität aus Erneuerbarer Energie und aus wirklich kohlenstoff-freien Quellen zu erzeugen.
Dieses Ziel ist erreichbar, bezahlbar und höchst wirksam. Es stellt eine Herausforderung für Amerikaner aller Gesellschaftsschichten dar: Für unsere politischen Führer, die Unternehmer, Erfinder, Ingenieure und für jeden Bürger.
Noch vor wenigen Jahren hätte ich einen derartigen nationalen Appell nicht an die Öffentlichkeit bringen können. Aber es hat sich etwas geändert in der Zwischenzeit: Die deutlichen Kostensenkungen für Solar-, Wind- und Geothermiestrom auf der einen Seite und die jüngst erfolgten Preissteigerungen bei Öl und Kohle auf der anderen Seite haben die Relationen von Wirtschaftlichkeit im Energiebereich radikal veraendert.
Als ich vor 32 Jahren zum ersten Mal in den Kongress ging, hörte ich wie Experten sagten, dass Erneuerbare Energiequellen erst dann konkurrenzfähig sein würden, wenn der Ölpreis auf 35 Dollar ansteigen sollte.
Nun, heute liegt der Preis bei mehr als 135 Dollar pro Barrrel, und tatsächlich fliessen Milliarden von Dollar an neuen Investitionen in die Entwicklung thermoelektrischer Sonnenenergie und Photovoltaik, in die Entwicklung von Windmühlen, Geothermiewerken und einer Vielzahl intelligenter neuer Möglichkeiten, unsere Energieeffizienz zu verbessern und Energien zu sparen, die augenblicklich verschwendet werden.
Da die Nachfrage nach erneuerbaren Energien wächst, fallen auch die Kosten weiter. Lassen Sie mich das an einem aufschlussreichen Beispiel erläutern: Der Preis des für die Herstellung von Solarzellen speziell benutzten Siliziums lag vor kurzem noch bei 300 Dollar pro Kilo. Doch die letzten Aufträge wurden zu Preisen vergeben, die nur 50 Dollar pro Kilo betrugen.
Das Gleiche geschah mit den Computerchips. Auch sie werden aus Silizium hergestellt. Für dieselbe Leistung sank der Preis alle 18 Monate um die Hälfte - Jahr für Jahr, und zwar 40 Jahre hintereinander. Denen, die meinen, wir hätten noch nicht die Technologie, um diese Ergebnisse mit Erneuerbaren Energien zu erreichen, sage ich: Kommen Sie mit mir zu den Unternehmern, die diese Revolution tragen. Ich habe gesehen, was sie tun und zweifle nicht, dass wir uns dieser Herausforderung erfolgreich stellen können.
Denen, die meinen, die Kosten seien noch immer zu hoch, sage ich: Überlegen Sie gut, ob sie glauben, dass die Kosten von Öl und Kohle jemals aufhören werden zu steigen, wenn wir weiterhin davon auszugehen haben, dass schnell versiegende Energiequellen eine rund um die Welt rapide steigende Nachfrage befriedigen müssen.
Wenn der Bedarf an Öl und Kohle wächst, steigt ihr Preis. Wenn der Bedarf an Solarzellen wächst, gibt es oft eine Preissenkung. Wenn wir Geld an ferne Länder schicken, um nahezu 70 Prozent unseres täglichen Ölkonsums zu kaufen, bauen jenen Ländern neue Wolkenkratzer, aber wir verlieren Arbeitsplätze. Wenn wir das Geld benutzen, um Solaranlagen und Windmühlen zu erstellen, bauen wir konkurrenzfähige Industrien auf und gewinnen Arbeitsplätze hier bei uns. Natürlich gibt es immer Leute, die uns sagen, dass das alles nicht geht. Einige dieser Stimmen sind die Verteidiger des status quo, die ein eigenes Interesse an der Erhaltung des heutigen Systems haben, ganz gleichgültig, welchen Preis wir anderen dafür zahlen müssen. Doch auch die, die von dem Kohlezeitalter profitieren, müssen irgendwann die Unvermeidbarkeit seines Endes erkennen. Wie ein OPEC Ölminister es ausdrückte: "Die Steinzeit ging nicht zu Ende, weil Steine knapp wurden". Denen, die meinen, 10 Jahre seien nicht genug, sage ich respektvoll: Hören Sie doch bitte, was die Wissenschaftler der ganzen Welt uns über die Gefahren sagen, die uns bedrohen, wenn wir nicht innerhalb von 10 Jahren handeln. Die führenden Fachleute versichern, dass uns weniger als 10 Jahre bleiben, die Emissionen von Klimagasen drastisch zu verringern, da wir sonst die Fähigkeit verlieren, uns jemals von dieser Umweltkrise zu erholen.
Mit wachsendem Öl- und Kohleverbrauch steigen auch die CO2-Emissionen. Mit wachsender Nutzung von Solar-, Wind- und Geothermieenergien sinken die CO2-Emissionen. Denen, die meinen, unser Vorhaben sei aus politischen Gründen nicht akzeptabel, schlage ich vor, vor das amerikanische Volk zu treten und zu versuchen, den bestehenden Zustand zu rechtfertigen. Dann werden Sie erkennen, dass das Volk sich nach einer Veränderung sehnt.
Ich für meinen Teil glaube nicht, dass unser Land noch 10 Jahre lang Gaspreiserhöhungen ertragen kann. Unsere Arbeiter können nicht weitere 10 Jahre lang Arbeitsplatzverluste und die Verlagerung von Fabriken ins Ausland ertragen. Unsere Wirtschaft kann nicht noch 10 Jahre lang ertragen, dass alle 24 Stunden 2 Milliarden Dollar für Öl in fremde Länder geschickt werden. Und unsere Soldaten und ihre Familien können nicht noch 10 Jahre lang ertragen, dass unsere Soldaten wieder und wieder in gefährliche Regionen geschickt werden, die gerade zufällig grössere Ölvorkommen aufweisen.
Was können wir stattdessen in den kommenden 10 Jahren tun? Was sollten wir in den kommenden 10 Jahren tun? Einige unserer größten Leistungen als Nation resultierten aus der Entschlossenheit, ein Ziel zu erreichen, das zeitlich weit hinter der nächsten Wahl lag: Der Marshallplan, die Sozialrente, das Netz von Fernstraßen. Aber ein politisches Versprechen, etwas in 40 Jahren zu schaffen, wird allgemein ignoriert, da es bekannterweise bedeutungslos ist. Zehn Jahre ist in etwa der maximale Zeitraum, über den wir als Nation ein Ziel verfolgen und auch erreichen können.
Als Präsident John F. Kennedy unsere Nation aufforderte, innerhalb von 10 Jahren einen Mann auf dem Mond landen zu lassen und ihn heil zurückzubringen, bezweifelten viele die Realisierbarkeit. Doch schon 8 Jahre und 2 Monate später beschritten Neil Armstrong und Buzz Aldrin die Mondoberfläche. Sicher, das Ziel, 100-prozentig erneuerbare, saubere Elektrizität in maximal 10 Jahren zu erreichen, erfordert von uns die Überwindung vieler Hindernisse.
Zum Beispiel verfügen wir jetzt noch nicht über ein einheitliches landesweites Strometz mit ausreichender Transportkapazität, um die Gebiete, in denen die Sonne scheint und der Wind bläst, mit den Städten im Osten und im Westen zu verbinden, die diesen Strom brauchen. Unser landesweites elektrisches Netz ist infrastrukturell so lebenswichtig für das Wohl und die Sicherheit unserer Wirtschaft wie unser Straßen- und unser Telekommunikationsnetz.
Derzeit sind unsere Stromnetze antiquiert, nicht ausreichend dimensioniert und nicht dagegen geschützt, dass ein Stromausfall an einer Stelle sich als Kettenreaktion weiträumig ausbreitet. Stromausfälle und Defekte kosten die amerikanische Industrie laufend mehr als 120 Milliarden Dollar pro Jahr. Die Netze müssen in jedem Fall auf den neuesten Stand gebracht werden.
Wir könnten den Wert und die Effizienz eines zukünftigen nationalen Stromnetzes weiter erhöhen, indem wir unseren notleidenden Automobilkonzernen helfen, sich auf die Herstellung von Elektroautos zum Aufladen an der Steckdose umzustellen. Eine elektrische Fahrzeugflotte würde die Kosten des Autofahrens erheblich verringern, den CO2-Ausstoß verringern und die Flexibilität unseres Elektrizitätsnetzes erhöhen. Zugleich müssen wir uns natürlich auch mit viel größerer Entschlossenheit zu Effizienz und Ressourcenschonung verpflichten. Das ist die beste Investition, die wir machen können.
Amerikas Umstieg auf die Erneuerbaren Energien darf nicht zu Lasten derjenigen erfolgen, die unter gefährlichen Bedingungen für unsere bisherige Energieversorgung gearbeitet haben. Zum Beispiel sollten wir jedem Kohlengrubenarbeiter, der durch die Energiewende arbeitslos wird, unsere Anerkennung zollen und ihm einen Arbeitsplatz unter guten Arbeitsbedingungen (Sonnenschein und frische Luft) garantieren. Jedem von ihnen. Natürlich könnten und sollten wir diesen Übergang beschleunigen, indem wir darauf bestehen, dass der Preis für fossile Energie auch die externen Kosten beinhaltet. Seit langem befürworte ich eine gründliche Reduktion der Lohnsteuer, wobei die Mindereinnahmen durch CO2 Steuern ausgeglichen würden.
Wir sollten das besteuern, was wir verbrennen und nicht das, was wir verdienen. Das wären im Einzelnen die wichtigsten Änderungen, die wir in unserer Politik vornehmen sollten.
Um die internationale Zusammenarbeit zu fördern, müssen sich die Vereinigten Staaten wieder in die Völkergemeinschaft integrieren und sich im Dezember nächsten Jahres in Kopenhagen für den Abschluss eines internationalen Vertrages einsetzen. Dieser Vertrag muss sowohl die Begrenzung der CO2 Emissionen, als auch eine globale Partnerschaft bei der Bekämpfung von extremer Armut und Krankheiten als Aufgabe der Weltgemeinschaft zur Lösung der Klimakrise beinhalten.
Das vielleicht größte Hindernis für die Durchsetzung der 100-Prozent-Erneuerbaren-Energie-Strategie in 10 Jahren ist die weitgehende Funktionsunfähigkeit unserer Politik und unserer heutigen Administration.
Seit geraumer Zeit kommt es nur noch zu unbedeutenden Vorlagen, die keine Lobbyinteressen verletzen dürfen. Alternativ werden nur noch minimale Schritte in die richtige Richtung vorgenommen. Unsere Demokratie ist sklerotisch erstarrt und das zu einer Zeit, da die genannten Krisen Mut und Entschlossenheit erfordern.
Ich bitte Sie, unter wecansolveit.org in die WE Kampagne einzutreten. Wir brauchen Sie. Und wir brauchen Sie sofort. Wir sind entschlossen, nicht nur Glühbirnen auszuwechseln, sondern Gesetze zu ändern. Und um Gesetze zu ändern, brauchen wir eine gute Führung.
Am 16. Juli 1969 schließlich waren die Vereinigten Staaten bereit, der Herausforderung Kennedys auf dem Mond zu landen nachzukommen. Ich werde nie vergessen, wie ich an der Seite meines Vaters stand, ein paar Meilen von der Startseite entfernt und darauf wartete, wie die gigantische Saturn 5 Rakete die Apollo 11 in den Himmel tragen würde. Ich war ein junger Mann, 21 Jahre alt, der einen Monat zuvor seinen Abschluß an der High School gemacht hatte und sich drei Wochen später freiwillig zur Armee meldete.
Ich werde nie die Inspiration dieses Moments vergessen. Die Kraft und die Erschütterungen durch die gewaltigen Triebwerke haben meinen ganzen Körper erschüttert. Wie ich der Rakete beim Anstieg zuschaute, langsam zuerst und dann mit großer Geschwindigkeit, war der Lärm ohrenbetäubend. Wir haben unsere Köpfe in den Nacken gelegt um den Anstieg zu verfolgen, bis wir schließlich senkrecht nach oben schauten. Und dann, vier Tage später, schaute ich zusammen mit Hunderten Millionen anderer Menschen rund um den Globus dabei zu, wie Neil Armstrong einen kleinen Schritt auf die Oberfläche des Mondes tat und die Geschichte der Menschheit veränderte.
Unsere Nation muss sich nun erheben, um ein anderes Ziel zu erreichen, das unsere Geschichte verändern wird. Unsere gesamte Zivilisation hängt davon ab, dass wir alle teilnehmen an dieser neuen Erkundungs- und Entdeckungsreise. Unser Erfolg hängt von unserer Bereitschaft als Volk ab, diese Reise zu unternehmen und sie in zehn Jahren abgeschlossen zu haben.
Einmal mehr haben wir die Chance, einen gewaltigen Schritt für die Menschheit zu tun.

Diese Rede können Sie auch live auf Youtube hören und sehen.

 

 

19. August 2008

:: Umwelttipps zum Schulanfang

+ 13.08.2008 + Schüler nehmen das Heft in die Hand.
Zu Beginn des neuen Schuljahres appelliert die Artenschutzorganisation Pro Wildlife an Schüler und ihre Eltern, nur Schulhefte aus Recyclingpapier zu kaufen. „Kaum jemand denkt beim Einkauf daran, dass für unseren Papierbedarf der Lebensraum von Orang-Utan, Braunbär und Jaguar vernichtet wird“, sagt Jana Rudnick, Waldexpertin bei Pro Wildlife. „Wer Recyclingpapier verwendet, rettet Urwälder und leistet damit einen direkten Beitrag zum Klimaschutz“.
 
Deutschland gehört mit einem Pro-Kopf- Verbrauch von 236 Kilogramm Papier pro Jahr zu den Spitzenreitern weltweit, doch seit Jahren sinken die Verkaufszahlen von Recyclingpapier. Allein Deutschlands Schüler verbrauchen im Jahr fast 200 Millionen Schulhefte. Über 90 Prozent dieser Hefte sind nicht aus Recyclingpapier, sondern aus Frischfasern. Da für die Herstellung von Heften, Ringbüchern, Malblöcken und Kopierpapier oft auch Urwälder gerodet werden, sollten Eltern und Schüler deshalb darauf achten, nur Papierwaren aus 100 Prozent recyceltem Altpapier zu kaufen. Orientierung bieten Umweltsiegel wie der Blaue Engel, vup, Ökopa und Ökopaplus. Nicht ausreichend ist die Bezeichnung „chlorfrei gebleicht“, denn dahinter verbirgt sich oft Papier aus Frischfasern.
 
Recyclingpapier: raus aus der Schmuddelecke
Noch vor 20 Jahren schrieben 70 Prozent der Schüler auf Umweltpapier. Doch mittlerweile ist der Anteil von Schulheften aus Recyclingpapier auf nur noch fünf bis zehn Prozent gefallen. „Wir hoffen, dass die heutigen Schüler diesen Trend umkehren und helfen, den Raubbau an den Urwälder zu stoppen“, sagt Rudnick. Dabei ist die Qualität des Ökopapiers stark gestiegen: Modernes Recyclingpapier wird umweltfreundlich geweißt und hält sogar Radiergummi und Tintenkiller stand. Auch im Preis haben sich Frischfaser- und Recyclingpapier angeglichen. Mittlerweile bieten Hersteller sogar komplette Umweltsortimente an. Vom Schulheft über Spiralblock bis hin zu Bastelmaterialien und Notizblöcken können Schüler ihrem gesamten Bedarf aus 100 Prozent Altpapier decken.
 
Nicht nur Schüler und Eltern sind beim Kauf von Schulheften & Co. gefragt: „Auch Lehrer und die Schulleitung sollten mit gutem Beispiel vorangehen und auf Recyclingpapier umstellen“, so die Waldschützerin. „Darüber hinaus können Projekttage und Unterrichtseinheiten rund um das Thema Papier helfen, das Bewusstsein der Schüler für den Schutz der Wälder zu fördern. Nur wenn die Naturwälder weiter wachsen können, können sie ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten“, so Rudnick abschließend.
Quelle:
Franz Alt 2008 www.sonnenseite.de

 

 

13. Juli 2008 

: Der Atomrausch auf dem G8 Gipfel

Statt sich auf effiziente Maßnahmen zum Klimaschutz zu einigen, haben sich die G8-Staaten in dieser Woche in  Japan einem neuen Atomrausch hingegeben. Ausgerechnet der größte Klimasünder George W. Bush will mit 100 neuen Atomkraftwerken das Klima retten.
Ein Irrglaube, wie die Naturwissenschaftlerin und Atomfreundin Angela Merkel realistischerweise gleich richtig stellte. Denn Atomenergie liefert zurzeit nur 3 % der Weltenenergie. Sie bietet nicht die geringste Lösung für unsere weltweiten Energieprobleme.

Aber der US-Präsident schwafelt von der „Schönheit der Atomenergie“ und vergisst die über 80.000 Toten von Tschernobyl und einige andere Probleme mit der Atomkraft.  So gibt es auf der ganzen Welt  keinen einzigen Ort, an dem Atommüll „sicher“ gelagert werden könnte.

Wir wissen nur eins: Atommüll strahlt bis zu einer Million Jahren. Je länger wir auf Atomkraft setzten desto mehr werden uns unsere Kinder und Enkel verfluchen. Wir hinterlassen ihnen Probleme, mit denen wir nicht fertig werden.

Weitere Investitionen und Subventionen in Kernenergie sind extrem kontraproduktiv, sie sind in erneuerbare Energien und in Energieeffizienz viel gewinnbringender und sicherer angelegt wie die Kanzlerin ebenfalls feststellte. Auch deutsche AKWs sind nicht 100 % sicher – jedes AKW hat ein Restrisiko und dieses könnte uns eines Tages den Rest geben. Allein in dieser Woche gab es in den acht spanischen AKWs vier Störfälle!

In Terror-Zeiten ist jedes AKW verantwortungsloser Leichtsinn und keine Problemlösung. Eine Renaissance der Atomenergie ist eine Einladung an Schurken und Schurkenstaaten – die vielleicht größte Gefahr neben dem Klimawandel im 21. Jahrhundert. Die neue Kampagne für die Atomkraft wird zusammenstürzen wie ein Kartenhaus, wenn es zu einer neuen Reaktor-Katastrophe kommt.

Was aber erzählen uns die atomaren Glücksritter Bush und Sarkozy dann?

Einige Journalisten hierzulande befürchten einen deutschen Sonderweg, wenn es beim Ausstiegsbeschluss bleibt. Was aber ist schlimm an der Vorstellung, dass Deutschland als wichtiger Industriestandort der Welt den Ausweg aus der atomaren Sackgasse aufzeigt?

Bei Photovoltaik, Windrädern und Biogas sind wir bereits Welttechnologieführer. Wir haben wieder Exportschlager. Deutschland hat bei Erneuerbaren Energien bereits achtmal mehr Arbeitsplätze als in all seinen 17 Atomkraftwerken zusammen. Es ist ökologisch, ökonomisch, sozial und ethisch vernünftig, auf diesem Weg unbeirrt weiterzugehen.

Deutschland ist erneuerbar, Europa ist erneuerbar, die Welt ist erneuerbar. Noch können wir uns aus der atomaren Geiselhaft befreien.
Quelle:
Franz Alt 2008 www.sonnenseite.de

 

 

7. Juli 2008 

"Der Zigarettenstummel gehört in den Abfall!"
www.pocketbox.ch

Nicht selten werden Zigarettenstummel unbewusst als unbedeutender Abfall angesehen und einfach weggeworfen. Dabei gehören sie zu den grösseren Verursachern eines neueren Problems: des Litterings.

Es liegt in unserer Eigenverantwortung, die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. BAT Switzerland bietet Rauchenden jetzt eine einfache Lösung für Zigarettenstummel, die zusammen mit dem Umweltspezialisten SUMMIT FOUNDATION entwickelt wurde.

Holen Sie sich kostenlos Ihre POCKETBOX – den Gratis-Taschenaschenbecher für unterwegs. Und packen Sie Ihre Reste ein. Der Umwelt zuliebe...

Sie haben die Wahl.

Suchen Sie sich Ihr Lieblingsdesign aus. Wählen Sie unter 8 Ausführungen.

Collectors welcome
Zu den 8 Grunddesigns werden weitere Special Editions folgen, zum Beispiel von Festivals und anderen Events.

Heavy-duty
Die POCKETBOX passt in jede Tasche. Sie ist aus solidem Weissblech hergestellt und mit einem festen Verschluss ausgestattet.

Swiss made
Die POCKETBOX wird in der Schweiz produziert.

Social Approach
Die POCKETBOX wird in einer geschützten Werkstatt von handicapierten Menschen konfektioniert.

Recyclable
Hat sie ihren Dienst getan, kann die POCKETBOX zusammen mit anderen Dosen bei der Altmetallsammelstelle entsorgt werden.

Littering Zahlen und Fakten

Littering – das Verunreinigen von Strassen, Plätzen, Parkanlagen und der freien Natur – hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In einzelnen Schweizer Städten wird das Littering sogar schon mit Bussen belegt.

Erkenntnisse der Schweizer Littering-Studie

2004 haben die Städte Basel-Stadt, Bern, Zürich, Lausanne, Illnau-Effretikon, sowie der Schweizerischen Städteverband und das BUWAL die Universität Basel mit einer grossangelegten Studie beauftragt.

  • Vor allem betroffen sind Party- und Unterhaltungszonen, Spazierwege, Freizeitbereiche mit Aufenthaltsmöglichkeiten, Durchgangspassagen, öffentliche Verkehrsmittel und Verkehrswege. Städtische Picknickplätze zeigen die höchsten Littering-Raten.
  • Die Ursachen des «Litterings» liegen in veränderten Freizeit-, Konsum- und Ernährungsgewohnheiten, in Bequemlichkeit, Individualismus und der schwindenden Rücksichtnahme im öffentlichen Raum. Dazu trägt eine wachsende Zahl von Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen zum Problem bei.
  • Auf den untersuchten Plätzen wurden rund 30% des Abfalls «gelittert», nur 70% finden den Weg in einen Abfallkübel.
  • «Gelittert» werden vor allem Einweg-Getränkeverpackungen, Take-away-Verpackungen, Zeitungen und Flyers, Tragtaschen, Haushaltsabfälle und eben auch viele Kleinabfälle wie Zigaretten, organisches Material und Kleinteile.

Nicht nur BAT Switzerland schenkt dem Problem grosse Aufmerksamkeit. Auch die öffentliche Hand, die Industrie und Verbraucherorganisationen sind sich des Problems bewusst. Zum Thema wurden verschiedene Kampagnen realisiert.

Zusätzliche Informationen finden Sie auch auf folgenden Websites:

Facts über die Zigarettenstummel – Butt Littering

Die australische Organisation gegen das Butt-Littering, Butt Littering Trust, hält explizit zu den Auswirkungen von Zigarettenstummeln in der Umwelt folgende Erkenntnisse fest:

  • Zigarettenreste wirken sich schädlich aus im Wasserkreislauf und in den Lebensräumen von Tieren und Pflanzen, besonders in Bezug auf die Bodenqualität.
  • Gelöste Giftstoffe, wie z.B. Rückstände von Nikotin oder Pyren, gelangen bei der Zersetzung der Stummel rasch in das Ökosystem.
  • Zigarettenstummel können für viele Wildtiere direkt oder indirekt schädlich sein.

 

 

 

 

17. Juni 2008 

Klimabewusstes Reisen ist möglich - WWF Reisetipps

Wie Touristen die Umwelt schonen können.
Jeder Reisende hat es in der Hand – zerstöre oder schone ich in meinem Urlaub die Umwelt?

„Man muss nicht gleich ein schlechtes Gewissen haben, denn Reisen an sich ist nicht unbedingt unökologisch“, sagt Birgit Weerts, Tourismusexpertin des WWF. „Es kann sogar ein wichtiger Baustein für den Umweltschutz sein, sofern es natur- und sozialverträglich ist.“

In vielen Regionen fördere Tourismus einen schonenden Umgang mit Arten und Landschaften, schaffe Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung und kurbele die regionale Wirtschaft an. Worauf jeder einzelne Urlauber achten kann, um in der schönsten Zeit des Jahres alles richtig zu machen, sagen die 15 Reisetipps des WWF:


Vor der Abreise:
  1. Informieren Sie sich schon vor der Urlaubsplanung über naturnahe Anbieter, empfehlenswerte Reisesiegel und weitere Tipps im Einkaufsführer „Bewusst Reisen“ . Dort können Sie sich auch über umweltverträgliche Reisen zu WWF-Projekten informieren, von Bulgarien bis zur Zentralafrikanischen Republik.
  2. Sie haben sich entschieden? Überprüfen Sie die Nachhaltigkeit Ihres geplanten Urlaubs mit einem einfachen Öko-Check unter:  www.reisekompass-online.de
  3. Entscheidend für die Umweltbilanz einer Reise ist die Wahl der Verkehrsmittel. Bus und Bahn gehen vor. Ein Urlaubsflug nach Teneriffa schädigt das Klima ebenso stark wie ein Jahr Autofahren
  4. Wenn Sie unbedingt fliegen müssen, dann erst ab einer Distanz von 700 Kilometern. Verzichten Sie auf Kurztrips. Der Mindestaufenthalt sollte 8 Tage, ab 2000 Kilometer 15 Tage betragen.  
  5. Kompensieren Sie die Emissionen Ihres Fluges. Wählen Sie dabei einen Anbieter, der nach dem so genannten Gold-Standard zertifiziert ist. Mehr Informationen finden Sie hier

Am Reiseziel angekommen:
  1. Buchen Sie möglichst Unterkünfte lokaler Anbieter, zum Beispiel eine kleine Pension statt einer weltweiten Hotelkette. So bleibt ihr Geld vor Ort.
  2. Nutzen Sie den Hotelservice umweltbewusst. So ist es selbstverständlich, Handtücher mehrere Tage zu benutzen. Reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch, vor allem im Sommer und in heißen Regionen.
  3. Informieren Sie sich über öffentliche Verkehrsmittel: Nicht überall braucht man das eigene Auto oder einen Leihwagen. Linienbusse oder Fähren gibt es in vielen Regionen, mitunter ist der Transport von Fahrrädern inklusive.
  4. Bevorzugen Sie Frischware aus der Region statt importierte, abgepackte Lebensmittel. Essen Sie besser in landestypischen Restaurants als in den Filialen der Fast-Food-Ketten.
  5. Verzichten Sie auf den Verzehr exotischer Speisen, für die gefährdete Arten sterben mussten – wie etwa Schildkröten, Wale, Haie oder Schlangen.
  6. Nutzen Sie Angebote, bei denen Sie Natur erleben können, ohne sie zu zerstören. Zum Beispiel geführte Wanderungen oder Tierbeobachtungen in Nationalparken, Radtouren, Flussfahrten mit regionaltypischen Booten. Beachten Sie bei Mountainbiking, Wandern oder Bootsfahrten die örtlichen Verhaltensregeln.
  7. Verzichten Sie auf Sportarten, die den örtlichen Verhältnissen nicht angemessen sind und viel Energie oder Wasser verbrauchen - zum Beispiel Offroadtouren, Gleitschirmfliegen in Vogelbrutgebieten oder Freeclimbing in Schutzgebieten. Meiden Sie auch Golfplätze in Trockengebieten oder Tennisanlagen mit Flutlichtbetrieb.
  8. Achten Sie auf Hinweise zur Waldbrandgefahr und helfen Sie mit, Feuer zu verhindern.
Bevor es nach Hause geht:
  1. Bedrohte Arten gehören nicht ins Gepäck. Ohne spezielle Genehmigung dürfen Sie nichts aus Krokodil-, Kaiman-, Schlangen- oder Eidechsenhaut in die EU einführen. Verzichten Sie auf Elfenbein, Wal-, Walross- oder Flusspferdzähne. Was viele nicht wissen: Auch viele Muscheln und Schnecken sind geschützt, ebenso Holz – dazu gehören mitunter auch Räucherstäbchen. Der WWF-Souvenirführer zeigt Ihnen kompakt, welche Mitbringsel erlaubt sind.
  2. Fördern Sie mit dem Kauf traditioneller Handwerksprodukte die einheimische Wirtschaft.
Quelle:
WWF 2008

Quelle:
Franz Alt 2008

 

 

15. Juni 2008 aus dem Newsletter Sonnenseite von Franz Alt
:: Retten Atomkraftwerke das Weltklima?

Wenn die klimaverändernden Treibhausgase bis 2050 halbiert werden sollen, dann brauchen wir weltweit 1.300 Atomkraftwerke – forderte vor wenigen Tagen die Internationale Energieagentur in Paris. Das aber heißt: der heutige Park von 440 Atommeilern müsste nochmals verdreifacht werden. Kann Kernkraft tatsächlich das Weltklima retten?

Heute weiß kein einziger seriöser Wissenschaftler wo und wie Atommüll je entsorgt werden könnte. Wir wissen nur, dass Atommüll mindestens 100.000 Jahre gefährlich strahlt. Ein größerer Frevel gegenüber der Schöpfung und gegenüber künftigen Generationen ist kaum denkbar.

Hinzu kommt, dass jedes AKW ein unkalkulierbares Restrisiko in sich birgt. Wir wissen spätestens seit Tschernobyl, dass es kein einziges 100 % sicheres Atomkraftwerk gibt. Atomares Restrisiko ist jenes Risiko, das uns jeden Tag den Rest geben kann!

Kritiker der neuesten Forderung der Internationalen Energieagentur verweisen neben den Sicherheitsrisiken auf zwei weitere Gefahren: Wenn immer mehr Länder immer mehr Atomkraftwerke bauen, haben immer mehr Länder die Möglichkeit Atombomben zu bauen und das Risiko eines Terroranschlags auf ein AKW wird immer größer.

Heute betreiben 31 Staaten Kernkraftwerke. Wenn aber – wie von der Internationalen Energieagentur vorgeschlagen – 2050 in 86 Ländern AKW stehen sollen, erlebt die Welt einen Albtraum, denn fast alle Besitzer von neuen Kernreaktoren haben militärische Hintergedanken. Unsere Welt wäre nicht sicherer, sondern noch viel unsicherer als heute.

Selbst wenn 1.300 neue Kernkraftwerke laufen würden, könnte Kernenergie gerademal 10 % zum Gesamtenergieverbrauch auf der Welt beitragen. Dazu sagte der deutsche Bundespräsident Horst Köhler vor kurzem: „Ich kenne keinen einzigen seriösen Wissenschaftler, der behauptet, wir könnten mit Atomkraft unsere künftigen Energieprobleme lösen.“

Wir müssen endlich lernen, dass die Lösung aller Energieprobleme am Himmel steht. Die Sonne schickt uns jeden Tag 15.000mal mehr Energie als zurzeit alle Menschen auf der ganzen Welt verbrauchen. Das macht sie kostenlos, umweltfreundlich, ohne Gefahren und noch 7 Milliarden Jahre. Schon Jesus wusste vor 2.000 Jahren: "Die Sonne des Vaters scheint für alle."

Zur Sonne kommen dann noch die weiteren klimafreundlichen Energiequellen:  Windkraft, Wasserkraft, Erdwärme,  Bioenergie und Meeresenergie.

Die Energiefrage, die immer mehr unsere Schicksalsfrage wird, ist letztlich eine moralische Herausforderung: Haben wir noch Verantwortung für unsere Kinder und Enkel? Wir werden im Atomzeitalter ein elftes Gebot lernen müssen: Du sollst den Kern nicht spalten! Der Bau von Atomkraftwerken ist so schöpfungswidrig und lebensfeindlich wie der Bau von Atombomben.
Quelle:
Franz Alt 2008

 

 

11. Mai 2008 aus dem Newsletter Sonnenseite von Franz Alt

Die unbekannten CO2-Sparer - Warm duschen, eiskalt CO2 einsparen
Hier können Sie Sparbrausen bestellen!

Was die wenigsten Verbraucher wissen: Nicht Autos und LKWs sind die größten CO2-Sünder, sondern Heizung und Warmwasser sind durch ihren hohen Energieverbrauch für den Löwenanteil des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich.
Jeder Haushalt verwendet circa 90 Prozent seines  Gesamt-Energiebedarfs nur für Heizung und Warmwasser. So wissen viele nicht, dass die Bereitstellung von Warmwasser ein Mehrfaches des Treibhausgases CO2 verursacht als alle anderen elektrischen Geräte im Haushalt zusammen. Die Verwendung von modernen wassersparenden Duschen ist deshalb ein leichter und effektiver Weg, um Energie- und Wasserkosten zu sparen und die persönliche CO2-Bilanz zu verbessern.
 
Die tägliche Dusche ist für die meisten Menschen eine hygienische Selbstverständlichkeit. Durch herkömmliche Handbrausen laufen bei einem durchschnittlichen Duschbad von drei Minuten bis zu 60 Liter Wasser. Für eine vierköpfige Familie  bedeutet das einen Jahreswasserverbrauch von 80.000 Liter.

Um diese Menge Wasser auf Wohlfühltemperatur zu erwärmen, sind circa 2.600 kWh  Strom erforderlich. Mit einer Wasserspardusche lassen sich nicht nur mindestens 40 Prozent teures Wasser einsparen, sondern auch Energie – im Fall der vierköpfigen Familie werden rund 1.000 kWh pro Jahr weniger verbraucht.

Wenn man bedenkt, dass deutsche Kraftwerke für jede Kilowattstunde Strom durchschnittlich 650 Gramm CO2 ausstoßen, reduziert eine einzige Spardusche die CO2-Emmision der Familie um 650 Kilogramm. Ein interessanter Vergleich: Wenn die vierköpfige Familie alle Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzte, würden nur rund 250 Kilogramm CO2 pro Jahr  eingespart – also weniger als die Hälfte.

Wer im Haushalt also fast unmerklich - aber äußerst effektiv - etwas für Umwelt und Haushaltskasse tun möchte, sollte auf Wassersparprodukte zurückgreifen, ohne dabei auf den gewohnten Komfort und das Duschvergnügen verzichten zu müssen.

Nur wenige Handgriffe und geringe Investitionskosten genügen, um große Mengen des Klimakillers  CO2 einzusparen. Eine moderne Wasserspardusche macht es möglich, angenehm warm zu duschen und zugleich den Energie- und Wasserverbrauch um bis zu 40 Prozent zu reduzieren. Das Geld verschwindet dank der intelligenten Technik nicht mehr nutzlos im Abfluss, sondern wird in den Geldbeutel der Verbraucher gespült – in einem Vier-Personen-Haushalt spart das etwa 300 Euro jährlich.

Eine Wasserspardusche macht sich bereits nach wenigen Wochen bezahlt. Nicht nur beim Duschen kann Wasser, Energie und CO2 gespart werden: Wer zum Beispiel seine Wasserhähne regelmäßig wartet, einen WC-Wasserstop einbaut und seinen Wasserhahn mit einem wassersparenden Perlstrahler aufrüstet, leistet einen persönlichen Beitrag zum Umweltschutz.

 

 

28. April 2008 aus dem Newsletter Sonnenseite von Franz Alt

:: Erste "grüne" Suchmaschine der Welt gestartet

Für 1.000 Suchanfragen werden zwei Bäume gepflanzt.
Mit Ecocho.com ging soeben, die laut eigenen Angaben "erste grüne Suchmaschine der Welt" an den Start. Das Portal setzt auf die bewährte Technik von Google und Yahoo und soll folglich ähnlich zuverlässige Ergebnisse liefern.

Als besonderer Nebeneffekt können Nutzer durch die Verwendung der Suchmaschine aber zusätzlich auch etwas für die Umwelt tun. So wird der Großteil der erwirtschafteten Einnahmen von den Betreibern in den Kauf von Emissionszertifikaten der offiziellen australischen CO2-Ausgleichsbehörde Greenhouse Gas Abatement Scheme (GGAS) investiert. Diese pflanzt im Zuge eines speziellen CO2-Ausgleichsprogramms Bäume, die zur Reduktion der Treibhausgase beitragen.

"Unsere Websuche ist die einfachste Möglichkeit für jeden Menschen, mit einer kleinen Änderung im Alltag einen positiven Einfluss auf das Klima zu nehmen", erklärt Plattformgründer Tim Macdonald im Exklusivinterview mit pressetext. "Allein in Deutschland werden jeden Monat mehrere hundert Mio. Internetsuchen durchgeführt. Wenn davon nur ein Prozent über Ecocho.com liefe, wäre das schon ein großer Beitrag zur Reduzierung der klimaschädigenden Treibhausgasen", rechnet Macdonald vor.

Schon 1.000 Suchanfragen würden ausreichen, um die Pflanzung von zwei neuen Bäumen zu finanzieren. Umgerechnet entspricht das laut Angaben von ecocho einer Reduktion der CO2-Belastung in der Atmosphäre um eine Tonne.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 pro Tag liegt in Deutschland Angaben des Umweltbundesamts zufolge bei 29,3 Kilogramm. "Jede Suche auf ecocho leistet somit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz - und das zum Nulltarif", betont Macdonald.

Auf die Idee zu ecocho ist Macdonald während einer Diskussion mit Freunden gekommen. "Im gemeinsamen Gedankenaustausch haben wir erkannt, welches enorme Potenzial Suchmaschinen im Web für die Unterstützung des Klimaschutzes bieten", schildert Macdonald. Manchmal seien die einfachsten Ideen auch die besten. "Klimaschutz ist ein brandaktuelles Problem, das die ganze Welt betrifft", stellt Macdonald klar. Deshalb sei es ihm auch ein wichtiges Anliegen, ecocho in so vielen Regionen der Welt in lokalisierten Sprachvarianten zur Verfügung zu stellen.

 "In diesen Tagen starten wir mit lokalen Seiten in 14 Ländern", so Macdonald. Fixe Zielvorstellung gebe es dennoch keine. "Wir wollen das Bewusstsein der Menschen für Umweltprobleme - insbesondere den Klimaschutz - im Gesamten stärken", meint Macdonald.

Die Benutzung von Ecocho.com ist kostenlos. Das Unternehmen finanziert sein Umweltengagement aus Werbeeinnahmen. "Wir wollen in Zukunft etwa 70 Prozent der Einnahmen aus Ecocho.com in CO2-reduzierende Maßnahmen investieren", kündigt Macdonald an. Neben dem aktuellen Projekt beabsichtigen die Betreiber in Zukunft zudem auch eine Reihe weiterer CO2-Ausgleichsprogramme in anderen Regionen der Welt zu unterstützen.

 

 

20. April 2008 aus dem Newsletter Sonnenseite von Franz Alt

Ist Biosprit-Boom schuld an der Nahrungs-Krise?

Benzin vom Acker ist nur ein Teilproblem der gegenwärtigen Hungerkatastrophen, das Hauptproblem ist der Klimawandel, sagt Franz Alt in einem Interview mit der Münchner "tz". 
Entwicklungsministerin Heide Wieczorek-Zeul sagt, die Explosion der Lebensmittelpreise ist bis zu 70 Prozent auf die zunehmende Produktion von Biosprit zurückzu­ führen. Ist der Klimaschutz schuld am Hunger?
Klimaschutz-Experte Franz Alt: Man darf hier Ur­sache und Wirkung nicht verwechseln. Die Produktion von Bio-Treibstoff ist ein Teilaspekt der jetzigen Hunger-Probleme. Die Hauptprobleme sind erstens, dass die Bauern der Dritten Welt bislang ihre Produkte nicht zu vernünf­tigen Preisen verkaufen konnten - und zweitens der Klimawandel! Ich habe in Afrika mit eigenen Augen gesehen, wie sich die Wüsten immer weiter ausbreiten.
 
 
Trotzdem: Dürfen wir angesichts der weltweiten Hun­ ger-Unruhen weiter auf Bio- Sprit setzen?
Franz Alt: Natürlich — aber dort, wo die Pflanzen und die Bäume wachsen. Es ist keine Lösung, wenn für deutsche Stadtwerke Biokraftstoffe aus Malaysia importiert werden oder für US-Autos Biosprit aus Brasilien. Das Neue an den erneuerbaren Energien ist doch gerade, dass aus der Region für die Region Energie hergestellt werden soll und nicht Rohstoffe um die ganze Welt gekarrt werden. Öl, Uran und Gas gibt es nur an wenigen Stellen der Welt — die erneuerbaren Energien überall. Also brauchen wir für deutsche Autos Rapsöl, Holz, Gülle oder Mist aus hiesiger Land- und Forstwirtschaft.
 
 
Aber auch bei uns steigen die Lebensmittelpreise we­ gen des Biosprit-Booms...
Franz Alt: Wir haben ja noch immer viele brachliegende Flächen in Deutschland! Es ist intelligenter, dort nachwachsende Rohstoffe anzubauen, als Flächenstilllegungs-Prämien zu zahlen. Aber es ist richtig, dass die landwirtschaftliche Bioenergie-Produktion nicht  grenzenlos ausgeweitet werden kann. Wenn wir in Deutschland eine strikte Energie-Einsparpolitik ver­folgen, können wir 25 Prozent der Energie durch heimi­sche nachwachsende Rohstoffe decken. Das Gros der Energie muss aber durch Sonne, Wind, Erdwärme, Wasserkraft und Meeresenergie gewonnen werden.
 
 
Die Bauern in der Dritten Welt bekommen zu wenig Geld für ihre Produkte. Sind da die steigenden Lebensm ittelpreise nicht sogar gut für die Menschen in den armen Ländern?
Franz Alt: Ja! 80 Prozent der Menschen in der Dritten Welt sind Bauern — und sie verarmen, weil sie nicht genug Geld bekommen für die Produkte, die jeder von uns braucht. Ein Deutscher gibt für sein Auto mehr aus als für Essen! Wir werden uns an steigende Lebensmittelpreise gewöh­nen müssen. Die Dritte Welt hungert zum Teil deshalb, weil wir unsere Bauern zu sehr schützen und subventionieren und die Produkte der Dritten Welt durch hohe Zölle verteuern. Da muss mehr freier Markt her.
 
 
Müssen Umweltschützer jetzt nicht ihre strikte Ableh nung von Gen-Technik überdenken? So könnten doch die Anbau-Erträge vergrößert werden...
Franz Alt: Das wäre genau der falsche Weg. Laut einer Studie der UN-Welternährungsorganisation FAO können durch konventionellen und Bio-Anbau 14 Milliarden Menschen ernährt werden. Ich habe in Indien Bauern erlebt, die mir sagten: Seit wir auf Bio-Anbau umstellten, haben wir drei Ernten im Jahr — vorher hatten wir nur zwei. Der liebe Gott braucht den Nachhilfeunterricht von Gentechnikern nicht! Die Natur weiß es besser.
 
 
Was können wir in Deutschland tun?
Das Allerwichtigste ist: mehr Klimaschutz, damit die Wüsten und die Dürren sich nicht noch weiter ausbreiten. Wenn wir nicht auf erneuerbare Energien umsteuern, werden in den nächsten 20 Jahren 200 Millionen Umwelt- und Hunger-Flüchtlinge auf die reichen Länder der Welt zukommen.
Quelle:
Interviev Klaus Rimpel
tz | 14.04.2008

 

 

15. April 2008 Blick
Verhungern Kinder wegen unserem Öko-Gewissen? 

Deutliche Worte: «Die Herstellung von Biotreibstoffen ist ein Verbrechen gegen die Menschheit.» Das sagt Jean Ziegler (73), der frühere SP-Nationalrat und heutige Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung.

Seit langem kritisiert Ziegler die Produktion von Bio-Sprit. Jetzt erhält er breite Unterstützung. Rund um den Globus kommt es zu Unruhen und sogar Gewalt. In Haiti, Kairo oder im südlichen Afrika – die Menschen wehren sich gegen rasant steigende Preise für Grundnahrungsmittel.

Teurer wird das Essen, weil sich die Menschen in China, Indien und anderswo mehr Fleisch leisten können. Deshalb werden Nutzpflanzen zunehmend zu Futtermitteln statt zu Nahrungsmitteln verarbeitet.

Knapp und teuer wird das Essen aber eben auch, weil man es zu Bio-Sprit verarbeitet. Oder weil man die Anbauflächen für Ethanol statt für Nahrung nutzt.
Müssen wir also ein schlechtes Gewissen haben? Schonen wir mit Öko-Sprit zwar die Umwelt, sind aber gleichzeitig mitverantwortlich für eine neue, weltweite Hunger­krise?

Gesündigt wird vor allem in den USA. Dort wird immer mehr Ethanol-Mais angebaut, dafür weniger Weizen für den Export nach Afrika. In der EU streitet man sich zurzeit darüber, ob es wirklich sinnvoll ist, den Anteil an Öko-Sprit massiv nach oben zu fahren.

In der Schweiz stellt sich das Problem weniger. Der Bio-Anteil ist noch sehr gering. Denn per Gesetz wird nur jener Treibstoff von der Steuer befreit, der strenge Öko-Kriterien erfüllt. Deshalb bleibt die Menge bis auf weiteres tief, sagt Migrol-Chef Daniel Hofer: «Ganz einfach, weil das Angebot an nachhaltigen Bio-Treibstoffen heute noch gar nicht vorhanden ist.»

Bericht von Daniel Meier und Mattnias Pfander

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welche Biotreibstoffe gibt es?

Man unterscheidet drei Arten:

  • Biogas wird aus Gülle, Klärschlamm, Mist sowie aus Abfällen aus der Lebensmittelindustrie oder dem Garten gewonnen.
  • Biodiesel wird aus ölhaltigen Pflanzen wie Raps, Mais, Soja und auch altem Speiseöl produziert.
  • Ethanol wird ebenfalls aus Pflanzen gewonnen. Die Stärke in den Pflanzen wird vergoren. So entsteht Ethylalkohol. Er wird dem Benzin beigemischt.

    Was soll Bio sein an Bio-Sprit?
    Mit Bio-Rüebli hat das nichts zu tun. Beim Anbau von Bio-Treibstoff kommen oft sogar Pestizide zum Einsatz. «Das Wort Bio bei Treibstoffen auf Basis von Nahrungsmitteln ist völlig irreführend», kritisiert Empa-Experte Marcel Gauch. Korrekt wäre der Begriff Agrar- oder Agro-Sprit.

    Welcher hat die beste Ökobilanz?
    Eindeutig Biogas. Bei den Agro-Treibstoffen, also Biodiesel und Bioethanol, kommt es auf den Rohstoff an. Aber auch darauf, wie und wo er angebaut wurde. Ein Beispiel: Werden für den Sojaanbau zuerst Urwaldflächen ­abgebrannt, danach die Pflanzen künstlich bewässert und mit Dünger überhäuft, sieht die Ökobilanz katastrophal aus. Auch wenn danach Biodiesel draufsteht.

    Ist also Biogas sauber?
    Eigentlich schon. Denn es wird aus Abfällen gewonnen. Bei Biogas stellt sich ein anderes Problem: Das Auto muss mit einem speziellen Gas-Tank ausgerüstet sein. Und man kann nur an wenigen Tankstellen Gas zapfen.

    Wie viel Ethanol wird in der Schweiz dem Benzin zugefügt?
    3 Millionen Liter. Gemessen an der ganzen Menge Benzin sind das nur gerade 0,06 Prozent. Hergestellt wird das Ethanol aus Holzabfällen. Also keine Konkurrenz zu Nahrungsmitteln. Es gibt ­Pläne, bis zu 130 Millionen Liter Ethanol zu produzieren. Teilweise aus überschüssigen Kartoffeln und Getreide. Ein heikler Punkt, denn: Was ist Überproduktion?

    Ist Benzin mit Ethanol billiger?
    Ja, weil Ethanol steuerbefreit ist. E5-Benzin mit 5 Prozent Ethanol kostet etwa 2 Rappen pro Liter weniger. Dieser Sprit eignet sich für jedes Auto. Für E85 mit 85 Prozent Zusatz braucht man ein spezielles Auto. Heute fahren etwa 3000 davon in der Schweiz herum. Ein Liter kostet etwa 20 Prozent weniger als Normalbenzin. Allerdings steigt auch der Verbrauch, weil der Heizwert tiefer liegt. Unter dem Strich spart man fast nichts. In der Schweiz gibt es 140 E5-Tankstellen, für E85 nur 35.

    Und beim Diesel?
    Da wird vor allem Palm-, Raps- und Sojaöl in veresterter Form verwendet. Das Problem: Man kann die Herkunft der Rohstoffe nicht überprüfen. Deshalb gelangt auch Rapsöl aus dem Ausland in die Tanks von Schweizer Autos. Und dieser Raps hätte auch als Nahrungsmittel eingesetzt werden können. Das sind aber nur sehr kleine Mengen. Migrol bietet unter Bio&Fair einen biologischen und sozialverträglichen Treibstoff an. Kunden zahlen einen Aufpreis von 60 Rappen pro Liter. Migrol-Chef Daniel Hofer: «Wir möchten ausbauen, aber die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem.»

    Also kein grünes Autofahren?
    Noch nicht. Vielversprechend ist Bio-Sprit der zweiten Generation. Als Rohstoff können Algen dienen. Die brauchen weniger Fläche als andere Pflanzen. Oder der JatrophaStrauch, der auf kargem Boden wächst, wo essbare Pflanzen kaum gedeihen. Seine Früchte enthalten mehr Öl als Raps. Am besten wären aber Solar-Autos: Für diesen Treibstoff braucht es nur Sonnenschein!
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    04. April 2008 Franz Alt www.sonnenseite.com
    Aktuelle News

    Folgen des Klimawandels in Bangladesh. Jasmin Begum musste als Maedchen von Bhola fliehen, nachdem ein Zyklon das Haus und Land ihrer Familie verwuestet hatte. Seither lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in unterschiedlichen Slums in Dhaka und Naranganj. © Uwe H. Martin / Greenpeace
    Der Greenpeace Blue Alert-Report: Klimaflüchtlinge in Südasien

     

     

     

     

     

    Klimaschutz ist Menschenschutz

    + 06.04.2008 + In den nächsten 30 Jahren werden demnach 200 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen, weil ihre Lebensbedingungen durch den Klimawandel immer schlechter werden.
    Der aktuelle Blue-Alert-Report von Greenpeace Indien unterstreicht nun die Brisanz dieses Themas. Der Report wurde vom Indian Institute of Technology in Madras im Auftrag von Greenpeace verfasst. Er zeigt auf, dass 125 Millionen Menschen allein an den Küstenregionen Indiens und Bangladeshs durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind. Der Anstieg des Meeresspiegels wird durch das Schmelzen der Polkappen - bedingt durch die Klimaerwärmung - hervorgerufen.

    Bedroht sind davon jedoch nicht nur Regionen Indiens. Weltweit stehen Menschen in Küstenregionen demselben Problem gegenüber. Besonders hart trifft es Staaten, die zu arm sind, um effizienten Hochwasserschutz zu betreiben. Nicht jeder Staat kann wie Hamburg 600 Millionen Euro allein für Deichschutzmaßnahmen aufbringen.
    Der Anstieg des Meeresspiegels ist aber nicht die einzige Ursache für die zukünftig steigende Anzahl von Klimaflüchtlingen. Auch überdurchschnittlich lange Dürreperrioden oder das Abschmelzen von Gletschern zwingt Menschen zur Flucht.

    Ein Beispiel dafür ist die peruanische Hauptstadt Lima. Die gesamte Trinkwasserversorgung wird durch den Zufluss von Gletscherwasser gewährleistet. Schmilzt der Gletscher zu schnell ab, versiegt das Trinkwasser einer Metropole mit über sechs Millionen Einwohnern.

    Stark vom Klimawandel betroffen sind vor allem naturverbunden lebende Bevölkerungsgruppen. Wer direkt von der Natur und ihren Ressourcen lebt, bekommt die Auswirkungen des Klimawandels am ehesten zu spüren. Gerade die ärmere, auf Subsistenzwirtschaft angewiesene Bevölkerung wird so zur Flucht gezwungen.

    Die Armen dieser Welt sind somit doppelt betroffen. Sie spüren die Auswirkungen als Erste und können aus Mangel an Finanzmitteln keine Anpassungsmaßnahmen vornehmen.

    "Hier sind die Industrieländer gefragt. Als größte CO2-Produzenten sind sie in der moralischen Pflicht, den Entwicklungsländern zur Seite zu stehen. Wer den Klimawandel fördert, muss auch für dessen Auswirkungen geradestehen", sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Dazu gehöre zum einen die Unterstützung durch Finanzmittel. Zum anderen müsse intensiv in den Klimaschutz investiert werden, um die Folgen des Klimawandels möglichst gering zu halten.

    Wie der Klimagipfel in Bangkok aktuell zeigt, sind die Industrieländer jedoch nicht bereit, aktiv Verantwortung zu übernehmen. Weder für den Klimawandel, noch für die Klimaflüchtlinge.

    Smid fordert Deutschland und die EU auf, eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz zu übernehmen. "Ob es um die Reduzierung der Treibhausgase oder den Urwaldschutz geht, wir sollten Verantwortung für unser Handeln übernehmen. Dazu gehört auch die Unterstützung der Klimaflüchtlinge."